Das SIPLACE Team der ASM Assembly Systems: Bestückautomaten – Made in GermanyDie Münchener ASM Assembly Systems GmbH & Co.KG (vormals Siemens Electronic Assembly Systems), Hersteller der bekannten SIPLACE Bestückautomaten, ist im Institut für Produktionserhaltung e.V. engagiert und unterstützt die Initiative aktiv. Aus eigener Erfahrung kennt das Team um CEO Günter Lauber und COO Günter Schindler die Wichtigkeit und Vorteile aber auch die Herausforderungen des Fertigungsstandortes Deutschland.
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An der Historie des SIPLACE Teams lassen sich exemplarisch sowohl die Probleme des Produktionsstandortes Deutschlands wie auch sein großes Potenzial aufzeigen. Die Wurzeln liegen in Abteilungen, die Spezialmaschinen für die Siemens-eigenen Fertigungen konstruierten und bauten. Mit dem Aufkommen der Surface Mount Technology (SMT) wurden hier erste Bestückautomaten für Siemens-Sparten und -Produktionsstätten entwickelt. |
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1993 wird der erste Bestückautomat unter der Marke SIPLACE vorgestellt und auch extern vermarktet. Um dem großen Erfolg und enormen Wachstums im Bereich SMT gerecht zu werden, gründet Siemens den Bereich Electronic Assembly Systems. Im Jahre 2000 etabliert sich das Unternehmen dank innovativer Technologien, hoher Qualität und Zuverlässigkeit als weltweiter Marktführer.
Mit dem Einstieg neuer Konkurrenten und massiven Verlagerungen von Elektronikfertigungen nach Asien sieht sich das Unternehmen neuen Herausforderungen gegenüber. Im Zuge interner Restrukturierungen folgt eine Reihe von Ein- und Ausgliederungen. Das Kernproblem bleibt: Eingebettet in starre Konzernstrukturen und mit geringer Bedeutung für die übergeordneten Konzernbereiche, fehlt es dem SIPLACE Team an Möglichkeiten, sich im schnellen, extrem dynamischen Elektronikmarkt adäquat zu bewegen. 2008/2009 trifft der Siemens-Konzern die Entscheidung: Produkt- und Leistungsangebot des SIPLACE Teams gehören nicht mehr zum strategischen Zukunftsportfolio des Konzerns. Das SIPLACE Team unterzieht sich einem Effizienzprogramm, organisiert sich in eine moderne Cluster-Organisation und vollzieht den Carve-Out, um sich auf einen Verkauf vorzubereiten und künftig als globaler Mittelständler agieren zu können. |
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Zum Jahreswechsel 2010/2011 übernimmt ASM PT, führender Hersteller von Automaten für Chip Packaging, Bonding und die Wafer-Fertigung, das SIPLACE Team. Als industrieller Investor mit Erfahrung im Elektronikfertigungsmarkt trifft ASM gemeinsam mit dem SIPLACE Management eine Reihe ungewöhnlicher Entscheidungen, die zugleich das große Potenzial des Standortes Deutschlands belegen. So wird das SIPLACE Team mit seiner als außerordentlich schlagkräftig bewerteten Cluster-Organisation komplett übernommen und als selbständiger Bereich integriert, der weiterhin seine globalen Mittelstandsaufstellung behält.. Auch das Management bleibt an Bord. Für Skeptiker in der Branche ebenfalls überraschend: Zentraler SIPLACE Produktionsstandort ist und bleibt München, die von vielen erwartete Verlagerung nach Asien wird abgelehnt. Das ASM-Management sieht nach eigenen Aussagen große Vorteile in der modernisierten, nach schlanken, wertschöpfungsorientierten Organisationsprinzipien ausgerichteten und R&D-nahen (R&D Headquarter bleibt ebenfalls München) Fertigung. |
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Die Entwicklung des Geschäfts der ASM Assembly Systems gibt dem Management Recht: Statt sich mit Interna und Restrukturierungen zu beschäftigen, fokussiert sich das SIPLACE Team auf seine Kunden. Das Ergebnis: Eine Reihe von Produktinnovationen untermauert die Position als Technologieführer, das Unternehmen wächst überdurchschnittlich und trägt schon unmittelbar nach der Integration positiv zum ASM-Konzernergebnis bei. Inzwischen gratulieren Finanzanalysten dem ASM-Management zu seinen ungewöhnlichen Entscheidungen, feiern die Übernahme gar als „Golden Deal“. Während viele deutsche Unternehmen noch über eine Verlagerung in fremde Länder nachdenken, profitiert die ASM PT aus Singapur von einer hocheffizienten Fertigung in Deutschland. |
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Gabriela Reckewerth: Director Global SIPLACE Marketing
„Die Initiativen des Instituts für Produktionserhaltung e.V. und andere Aktivitäten sehe ich als positiven Beleg dafür, dass deutsche Unternehmen zunehmend die Herausforderungen des internationalen Standortwettbewerbs annehmen und nicht mehr nur reflexartig den Versprechungen von Produktionsverlagerungen folgen. Das Thema bedarf endlich einer konstruktiveren und differenzierteren Betrachtung. Dabei wird es nicht reichen, nur auf die oft unterschätzten oder „schön gerechneten“ Kosten sowie latente und langfristige Risiken von Produktionsverlagerungen hinzuweisen. Aus meiner Erfahrung als Marketingverantwortliche weiß ich um die Kraft des Positiven. Nicht mit Angst und Appellen, sondern mit vielen Referenzen für erfolgreiche, wertschöpfungsorientierte Fertigungen in Deutschland werden sich die Zweifler am schnellsten überzeugen lassen. Gerne laden wir Interessierte auch zu uns nach München in die SIPLACE Fertigung ein.“ |
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Jörg Cwojdzinski: VP Global SIPLACE Supply Chain Management:
„Im internationalen Wettbewerb der Fertigungsstandorte ist es heute eine gewaltige Herausforderung Produktion in Deutschland wirtschaftlich erfolgreich durchzuführen. Es ist aber auch kein hoffnungsloses Unterfangen gegen wenige Euro Stundenlohn, mit den richtigen Maßnahmen und unter gesamtwirtschaftlicher Beurteilung konkurrieren zu können. Ich sehe das Institut für Produktionserhaltung als Netzwerk für Macher, die neue, innovative Produktionssysteme auf den Standort Deutschland zuschneiden und einführen wollen. Mit konsequenter Wertschöpfungsorientierung haben wir in der SIPLACE Fertigung in München zweistellige Produktivitätsfortschritte realisiert, Kosten und Durchlaufzeiten in von uns vorher nie gedachte Zielregionen gezwungen. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Unternehmen, die sich mit ihrer Produktion ebenso erfolgreich in Deutschland etabliert haben, ist für mich der Ideenpool des permanenten Wandels, den wir für eine nachhaltige Positionierung unser Wertschöpfungskette in Deutschland benötigen.“ |
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Günter Schindler: COO des Globalen SIPLACE Teams
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